Stand: · Leonardo Rupprecht
Preisspannen 2026 im Überblick
Für die Kosten einer PV-Anlage hat sich der Preis pro Kilowattpeak (kWp) als Vergleichsmaß durchgesetzt. Ein Speicher wird dabei meist getrennt betrachtet.
- PV-Anlage ohne Speicher: Üblich sind laut Finanztip derzeit 1.000 bis 2.000 Euro pro kWp (Stand Mai 2026). Finanztip rät, möglichst nicht mehr als 1.600 Euro pro kWp zu bezahlen.
- Batteriespeicher: Die Verbraucherzentrale NRW nennt etwa 300 bis 700 Euro pro kWh Kapazität einschließlich Installation für Speicher ab 5 kWh (Stand Juli 2026).
- Komplettpaket Einfamilienhaus: Eine PV-Anlage mit Speicher für ein typisches Einfamilienhaus kostet laut Finanztip 2026 in vielen Fällen 14.000 bis 20.000 Euro. Grundlage sind Angebote, die Leserinnen und Leser eingeschickt haben.
Diese Werte sind Marktbeobachtungen, keine Festpreise. In der Region Hannover gelten keine grundsätzlich anderen Preise, die Spanne zwischen Anbietern ist aber groß.
Was den Preis treibt
Anlagengröße
Kleine Anlagen sind pro kWp teurer. Die Verbraucherzentrale erklärt das mit Fixkosten wie Gerüst und Einspeisetechnik, die fast unabhängig von der Größe anfallen. Größere Anlagen sind deshalb meist lohnender, solange Dach und Budget es hergeben.
Dach und Montage
Dachform, Höhe, Eindeckung und Zugänglichkeit bestimmen den Aufwand. Ein Ziegeldach mit gutem Zugang ist einfacher als ein verwinkeltes Dach mit Gauben oder ein Flachdach, das eine Aufständerung mit Ballast braucht.
Zählerschrank und Hauselektrik
Gerade in älteren Häusern muss der Zählerschrank oft erneuert werden. Die Verbraucherzentrale nennt diesen Umbau ausdrücklich als teils sehr kostspieligen Posten. Er gehört ins Angebot, sonst ist der Preis nicht vergleichbar.
Komponenten und Zusatzfunktionen
Module, Wechselrichter und Speicher unterscheiden sich in Qualität und Garantie. Optimierer bei Verschattung, Ersatzstrom, Energiemanagement oder eine Wallbox erhöhen den Preis. Was davon sinnvoll ist, hängt vom Haus ab, nicht von einem Standardpaket.
Angebote richtig vergleichen
Ein Angebot ist nur dann vergleichbar, wenn alle Positionen enthalten und genau beschrieben sind. Achten Sie auf diese Punkte:
- Preis pro kWp: Teilen Sie den Preis der PV-Anlage ohne Speicher durch die Modulleistung. Den Speicher rechnen Sie getrennt pro kWh.
- Komponenten mit Hersteller und Typ: Module, Wechselrichter, Speicher, Unterkonstruktion. Fehlen die Angaben, können Sie Garantien und Qualität nicht prüfen.
- Vollständiger Leistungsumfang: Gerüst, Zählerschrank, Netzanmeldung, Inbetriebnahme, Einweisung. Die Verbraucherzentrale rät, darauf zu achten, dass diese Kosten enthalten sind.
- Ertrags- und Eigenverbrauchsannahmen: Mit welchem Ertrag pro kWp und welchem Eigenverbrauch rechnet der Anbieter? Unrealistisch hohe Strompreissteigerungen sind laut Verbraucherzentrale ein häufiger Fehler in Wirtschaftlichkeitsrechnungen.
- Zahlungsbedingungen: Keine Vorschüsse für noch nicht erbrachte Leistungen, rät die Verbraucherzentrale.
Wenn Sie unsicher sind, prüfen wir Ihr vorhandenes Angebot im Angebots-Check.
Förderung abziehen
Von den Investitionskosten können in der Region Hannover Zuschüsse abgehen:
- proKlima DachVollToll: 100 Euro je kWp, höchstens 2.000 Euro, für bestehende Wohngebäude in Hannover, Hemmingen, Laatzen, Langenhagen, Ronnenberg und Seelze. Anträge für 2026 sind nur bis 31. Oktober 2026 möglich und müssen vor der Beauftragung gestellt werden.
- Region Hannover Dach-Solar: nur zusammen mit einer Dachdämmung, dann aber mit deutlich höheren Beträgen.
- Umsatzsteuer: Die 0 Prozent nach § 12 Abs. 3 UStG stecken bereits im Angebotspreis für private Anlagen.
Alle Details: Solarförderung in der Region Hannover.
Eigenverbrauch und Vergütung offen gerechnet
Ob sich eine Anlage rechnet, hängt nicht am Preis allein, sondern an Ertrag, Eigenverbrauch, Strompreis und Vergütung. Hier ein Rechenweg mit offenen Annahmen, den Sie mit eigenen Zahlen wiederholen können. Er ersetzt keine Planung.
Die Annahmen
- Anlage: 10 kWp, Süddach, Inbetriebnahme noch 2026.
- Ertrag: rund 950 kWh pro kWp und Jahr. Die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen rechnet in einem Beispiel für Niedersachsen mit 14.250 kWh für 15 kWp in Südausrichtung, das entspricht 950 kWh pro kWp. Ost-West-Dächer liegen niedriger.
- Eigenverbrauch ohne Speicher: 30 Prozent. Die Verbraucherzentrale nennt für einen Vier-Personen-Haushalt mit 5 kWp 20 bis 30 Prozent, mit Speicher 50 bis 60 Prozent.
- Strompreis: 25 bis 35 Cent pro kWh. Diese Spanne nennt Finanztip als üblich, die Verbraucherzentrale rechnet mit etwa 30 Cent brutto.
- Einspeisevergütung: 7,70 Cent pro kWh für Anlagen bis 10 kWp mit Inbetriebnahme von August bis Dezember 2026 laut Bundesnetzagentur.
- Investition: 15.000 Euro, also 1.500 Euro pro kWp, mitten in der Finanztip-Spanne.
- Laufende Kosten: 2 Prozent der Investition pro Jahr für Wartung, Versicherung und Ähnliches, wie im Beispiel der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen, hier also 300 Euro.
Die Rechnung
- Jahresertrag: 10 kWp mal 950 kWh ergibt 9.500 kWh.
- Selbst verbraucht: 30 Prozent davon sind 2.850 kWh. Bei 25 bis 35 Cent sparen Sie rund 710 bis 1.000 Euro Netzstrom.
- Eingespeist: 6.650 kWh mal 7,70 Cent ergeben rund 510 Euro.
- Summe Ersparnis und Vergütung: rund 1.220 bis 1.510 Euro im Jahr.
- Abzüglich 300 Euro laufender Kosten bleiben rund 920 bis 1.210 Euro.
- Statische Amortisation: 15.000 Euro geteilt durch diesen Betrag ergibt rund 12 bis 16 Jahre.
Was diese Rechnung nicht abbildet
- Negative Strompreise: Für neue Anlagen entfällt die Vergütung in Zeiten negativer Börsenpreise, diese Zeiten werden an die 20 Jahre angehängt. Bei Anlagen unter 100 kW gilt das ab dem Jahr nach dem Einbau eines intelligenten Messsystems. Die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen schätzt die betroffene Einspeisung bei einer Südanlage ohne Speicher auf rund 20 Prozent, mit Speicher auf rund 5 Prozent.
- Einspeisegrenze: Bis Smart Meter und Steuerbox eingebaut sind, dürfen neue Anlagen unter 25 kW höchstens 60 Prozent ihrer Leistung einspeisen (§ 9 Abs. 2 EEG). An sonnigen Mittagen kann dadurch etwas Ertrag verloren gehen, wenn er nicht im Haus genutzt wird.
- Strompreisentwicklung: Die Rechnung nimmt einen konstanten Preis an. Steigt er, verkürzt sich die Amortisation, fällt er, verlängert sie sich.
- Speicher, Wärmepumpe, E-Auto: Sie erhöhen den Eigenverbrauch, verändern aber auch die Investition. Mehr dazu auf der Seite Stromspeicher nachrüsten und im Ratgeber Eigenverbrauch optimieren.
- Inbetriebnahme ab 2027: Für neue Anlagen ab dem 1. Januar 2027 plant die Bundesregierung, die feste Einspeisevergütung weitgehend abzuschaffen. Der Entwurf ist noch nicht beschlossen. Was das für Ihre Rechnung bedeutet, steht im Ratgeber EEG 2027. Eine Inbetriebnahme noch 2026 können wir Ihnen nicht zusagen, sie hängt von Terminen bei Partnerbetrieb und Netzbetreiber ab.
Unsere Rolle
Rupprecht Solar plant, berät und koordiniert. Wir legen die Anlage auf Ihren Verbrauch aus und rechnen mit Ihnen nach, mit offen genannten Annahmen. Installation, Abnahme und Netzanmeldung übernehmen in die Handwerksrolle eingetragene Partner-Meisterbetriebe. Ob Kauf für Sie passt oder eine andere Lösung, erklärt der Ratgeber Kaufen oder pachten.
Häufige Fragen
Was ist ein fairer Preis pro kWp?
Finanztip nennt 1.000 bis 2.000 Euro pro kWp als übliche Spanne und rät zu höchstens 1.600 Euro, mit Speicher zu höchstens 2.200 Euro pro kWp insgesamt. Ein höherer Preis kann durch schwierige Dächer oder einen nötigen Zählerschrank begründet sein. Fragen Sie dann nach der Aufschlüsselung.
Warum unterscheiden sich Angebote so stark?
Weil Leistungsumfang, Komponenten und Dachsituation unterschiedlich sind und Fixkosten wie Gerüst oder Zählerschrank mal enthalten sind und mal nicht. Vergleichen Sie deshalb den Preis pro kWp nur bei vollständigen Angeboten.
Lohnt sich die Anlage ohne Speicher?
Oft ja, weil der Speicher die Investition erhöht. Ein Speicher steigert den Eigenverbrauch, rechnet sich aber nicht in jedem Haushalt. Entscheidend ist, wie viel Strom Sie abends und nachts brauchen.
Welcher Ertrag ist in der Region Hannover realistisch?
Für Süddächer in Niedersachsen rechnet die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen mit rund 950 kWh pro kWp im Jahr. Ost-West-Dächer und verschattete Flächen liegen darunter. Für Ihr Dach gibt das Solarkataster der Region einen ersten Wert, mehr im Ratgeber Ertrag in der Region Hannover.
Stand: 18.10.2026. Quellen: Finanztip: Photovoltaik 2026, Verbraucherzentrale: Planung einer Solaranlage, Verbraucherzentrale NRW: Batteriespeicher, Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen: PV-Pflicht und Rechenbeispiele, Bundesnetzagentur: Fördersätze.